DEFINING MOMENT

Sylvia Goebel

Laufzeit: 08.11.2017 bis 10.11.2017
Öffnungszeiten: Mi – Fr 12 – 19 Uhr
Vernissage: 07.11.2017, ab  18.30 Uhr

Die Zeit, die Sylvia Goebel in Israel im Kibbuz verbracht und in Jerusalem Kunst studiert hat prägt Ihr Werk bis heute sehr stark. Nach Ihrer Ausbildung ist Sie seit 1986 freischaffende Künstlerin und hat seither in namhaften Galerien im In und Ausland ausgestellt. Ihre Arbeiten sind in vielen privaten und öffentlichen Sammlungen vertreten.

Sylvia Goebel geht es um Formen in Bewegung in einer imaginären Welt und um den Bruchteil einer Bewegung im entscheidenden Moment.

Die Entschiedenheit des Malvorgangs teilt sich in Ihren Bildern mit: Sie wirken groß, monolithisch – ja fast monumental. Doch sie erschlagen den Betrachter nicht, sondern teilen uns nur etwas von der Energie mit, die in ihnen steckt. Diese Bilder haben etwas Entschiedenes und stehen ganz souverän für sich, aber dennoch lassen sie uns einen Freiraum für eigene Entdeckungen. Durch den gestischen Pinselduktus entstehen ganz ambivalente Stimmungen, die beim Betrachter Spannung erzeugen und einen oszillierenden Blick auslösen: Einerseits erscheinen die Bilder fast wuchtig materiell, gleichzeitig entdeckt man auch Momente von durchscheinender Zartheit in ihren eingeschriebenen Farbvaleurs. Oft bin ich mir nicht einmal sicher, ob ich in eine unendliche Ferne schaue oder mikroskopisch nahe Strukturen vor Augen habe. Und manchmal kommt er mir vor, als würden diese Bilder leben, als pulsierten und atmeten sie. Ihre Farben und Formen scheinen ein fantastisches Eigenleben zu führen – mal zart und gebrochen, um dann wieder unvermittelt in ein oszillierendes Leuchten überzutreten; eine scheinbar ruhige Flächigkeit kann plötzlich aufbrechen und abrupt einer schwindelerregenden Sogwirkung weichen. An manchen Bildstellen scheint sich auch etwas Reales herauszubilden, was sich aber wieder unversehens entmaterialisieren und unseren Blicken entziehen kann, um sich aufzulösen. Die Werke tragen meist abstrakte Titel in einer poetischen Klangsprache. So wird die Deutungshoheit nicht von herein in eine Richtung gelenkt und eingeschränkt. Diese geheimnisvollen Bilder sind eben keine Wiedergabe einer konkreten Wirklichkeit, sondern sie stellen etwas nicht Sichtbares dar. Jedes Werk hat seine Wirklichkeit. Selbst wenn ein Pinselschwung, eine Linie oder eine Farbfläche die Erinnerung an eine konkrete Naturwahrnehmung wachruft, kann dieser Eindruck bereits im nächsten Moment einer ganz anderen Assoziation weichen.

– Dr. Hans Thomas Carstensen

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